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Zenith G.F.J. 2026: Die Rückkehr der Chronometrie-Legende

April 16, 2026 | Lesedauer: 5 Minuten
Autor: Felix Janner | 0 Kommentare | oacsspl

In der Welt der Haute Horlogerie gibt es Uhrwerke, deren Namen allein bereits Ehrfurcht gebieten. Eines dieser mechanischen Monumente ist zweifellos das Kaliber 135 von Zenith, das zwischen 1949 und 1962 die Ära der Observatoriumswettbewerbe dominierte. Zum Auftakt der Watches and Wonders 2026 in Genf schlägt Zenith nun ein neues, faszinierendes Kapitel auf. Unter dem Namen G.F.J. – den Initialen des Visionärs und Markengründers Georges Favre-Jacot – präsentiert die Manufaktur zwei exklusive Neuinterpretationen dieses legendären Kalibers.

In diesem ausführlichen Beitrag nehmen wir dich mit auf eine Reise durch die Geschichte und Zukunft von Zenith. Wir stellen die zwei neuen G.F.J.-Meisterwerke im Detail vor: Zuerst die klassisch-edle Variante in warmem Gelbgold mit einem Zifferblatt aus Heliotrop und anschließend die technisch wie ästhetisch radikale Edition aus seltenem Tantal mit Diamantbesatz. Erfahre alles über die aufwendige Überarbeitung des preisgekrönten Kalibers 135, die besonderen Herausforderungen bei der Bearbeitung exotischer Materialien und warum diese Uhren weit mehr sind als bloße Hommagen an die Vergangenheit.

Bildquelle: ALTHERR

Das Erbe von Georges Favre-Jacot und die goldene Ära der Präzision

Seit ihrer Gründung im Jahr 1865 im schweizerischen Le Locle steht die Marke Zenith an der Spitze der Uhrmacherkunst. Als erste vertikal integrierte Manufaktur revolutionierte Zenith die Branche immer wieder durch hauseigene Innovationen – man denke nur an das El Primero von 1969. Doch ein wesentlicher Teil des Ruhms von Zenith gründet auf dem Erfolg bei Observatoriumswettbewerben, bei denen die Marke unglaubliche 2.333 Preise gewann.

Bildquelle: ALTHERR

Das Herzstück dieser Erfolgsgeschichte war das Kaliber 135, ein Werk, das speziell für diese Wettbewerbe entwickelt wurde und mit seiner Wettbewerbsversion 135-0 einen bis heute ungebrochenen Rekord von fünf aufeinanderfolgenden ersten Preisen im Observatorium von Neuenburg aufstellte. Die Kollektion G.F.J. wurde nun als zeitgenössisches Gehäuse konzipiert, um diesem am höchsten dekorierten Chronometerwerk der Geschichte eine neue Plattform zu bieten.

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Die G.F.J. aus Gelbgold: Klassische Eleganz und mineralische Kraft

Die Gelbgold-Edition der G.F.J. (Referenz: 30.1865.0135/56.C216) weist eine wärmere, leuchtende Ausstrahlung auf und orientiert sich mit ihren schlanken Proportionen und abgerundeten Bandanstößen an der edlen Eleganz der Chronometer aus den 1950er-Jahren. Das Gehäuse aus 18 Karat Gelbgold misst 39,15 mm im Durchmesser und bewahrt die klassische dreiteilige Architektur des Originals. Die abgestufte Lünette und das kastenförmige Saphirglas unterstreichen den modernen Aspekt dieser Neuauflage.

Bildquelle: ALTHERR
Bildquelle: ALTHERR

Das Zifferblatt dieser Version ist ein wahres Kunstwerk der Natur. Die zentrale Scheibe besteht aus Heliotrop, einem Stein, dessen natürliche Maserung und Einschlüsse jedes einzelne der 161 Exemplare zu einem Unikat machen. Die tiefgrüne Farbe des Steins harmoniert perfekt mit dem warmen Glanz des Gelbgoldgehäuses und den applizierten Goldindizes

Ein besonderes Merkmal ist der übergroße Sekundenzähler bei 6 Uhr aus weißem Perlmutt sowie die charakteristische „Backstein“-Guillochierung am peripheren Zifferblattrand, die von der Fassade der Zenith Manufaktur in Le Locle inspiriert wurde. Die fein facettierten Zeiger aus 18 Karat Gelbgold sorgen für eine klare Ablesbarkeit und unterstreichen den luxuriösen Charakter dieses Modells.

Bildquelle: ALTHERR
Bildquelle: ALTHERR
Bildquelle: ALTHERR

Dieses Modell wird zu einem Preis von 54.000 Euro angeboten. Im Lieferumfang enthalten sind ein beigefarbenes Alligator-Nubuklederarmband, ein grünes Alligatorlederarmband sowie ein schwarzes Kalbslederarmband mit einer Dornschließe aus Gelbgold. Optional ist zudem ein massives Armband aus 18 Karat Gelbgold mit Doppelfaltschließe erhältlich.

Die G.F.J. aus Tantal: Ein Monolith der seltensten Form

Die exklusivste Interpretation dieses Erbes stellt Zenith mit der G.F.J. aus Tantal (Referenz: 98.1865.0135/21.C212) vor, die auf eine streng limitierte Auflage von nur 20 Exemplaren weltweit begrenzt ist. Diese Uhr ist ein bemerkenswertes Statement, bei dem die chronometrische Präzision auf eines der anspruchsvollsten Materialien der modernen Uhrenwelt trifft. Tantal zeichnet sich durch seine enorme Dichte, Robustheit und eine schlichte, blaugraue Optik aus, die eine stille Intensität ausstrahlt. Das Metall ist weder rein matt noch glänzend, sondern besticht vor allem durch seinen einzigartigen Metallic-Effekt.

Bildquelle: Zenith

Die Verwendung von Tantal stellt die Kunsthandwerker jedoch vor gewaltige Herausforderungen, da es extrem korrosionsbeständig, hart und schwer ist. Da es sich an Maschinen nur schwer modellieren lässt, erfordert es spezielle Werkzeuge und absolute Kontrolle bei jedem Veredelungsschritt. Das 39,15 mm große Gehäuse behält zwar die gestufte Lünette und die skulpturalen Bandanstöße der G.F.J.-Kollektion bei, verleiht dem Chronometer durch die Verwendung von Tantal aber einen völlig anderen, schweren Charakter.

Bildquelle: Zenith

Das Zifferblatt dieser Tantal-Edition setzt die Tendenz zur schlichten, architektonischen Ästhetik konsequent fort. Die zentrale Scheibe besteht aus poliertem schwarzen Onyx, dessen Oberfläche beinahe flüssig erscheint. Der übergroße Sekundenzähler bei 6 Uhr ist aus grauem Perlmutt gefertigt und sorgt für eine subtile Variation innerhalb der einfarbigen Komposition. Die elf Stundenindizes sind mit Diamanten im Baguetteschliff (Trapezschliff) besetzt, was dem Zeitmesser zusätzliche Akzente architektonischer Präzision verleiht. Die facettierten Zeiger aus 18 Karat Weißgold runden das ausbalancierte Gleichgewicht zwischen mineralischer Tiefe und kühler Metalloptik ab.

Diese auf 20 Stück limitierte Edition ist für 82.700 Euro erhältlich. Sie wird mit einem blauen Alligator-Nubuklederarmband, einem zusätzlichen schwarzen Alligatorlederarmband sowie einem grauen Kalbslederarmband und einer Dornschließe aus Titan geliefert

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Das Herzstück: Die Neuauflage des Kalibers 135

Das eigentliche Zentrum beider G.F.J.-Modelle ist das Kaliber 135, das durch den Saphirglasboden in seiner vollen Pracht bewundert werden kann. Zenith hat sich entschieden, dieses historische Meisterwerk nicht einfach nachzubauen, sondern es für das 21. Jahrhundert technisch zu optimieren. Während fundamentale Merkmale wie der Durchmesser von 30 mm (13 Linien), die Frequenz von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde (2,5 Hz) und die Architektur mit der übergroßen Unruh beibehalten wurden, kommen nun moderne Materialien und technische Lösungen zum Einsatz.

Bildquelle: ALTHERR

Das überarbeitete Kaliber verfügt über eine Gangreserve von nun 72 Stunden und ein optimiertes Räderwerk für höhere Leistung. Die große Unruh ist mit einer Breguet-Spirale und Regulierschrauben ausgestattet, wobei der charakteristische pfeilförmige Regulator eine präzise Feinjustierung der Ganggenauigkeit ermöglicht. Ein integrierter Sekundenstopp-Mechanismus erlaubt zudem das sekundengenaue Einstellen der Uhrzeit. Jedes einzelne dieser Uhrwerke wurde auf eine beeindruckende Ganggenauigkeit von +/- 2 Sekunden pro Tag einreguliert und offiziell vom COSC zertifiziert.

Bildquelle: ALTHERR

Das Finish des Werks spiegelt die hohe Schule der Veredelung wider: Breite Genfer Streifen, von Hand anglierte Kanten und eine zeitgenössische dunkle Ruthenierung verleihen der Mechanik eine moderne Tiefe. Die Gravuren in Gelbgold akzentuieren das architektonische Design des Werks, das von Anfang an nicht nur als Mechanismus, sondern als chronometrische Struktur konzipiert wurde

Die G.F.J.-Kollektion ist somit ein beispielloser Ausdruck der chronometrischen Leistungen von Zenith – sie wurde buchstäblich um das Uhrwerk herum konstruiert, das dieses Vermächtnis begründet hat. Beide Editionen sind exklusiv in Zenith Boutiquen, Online-Shops sowie bei autorisierten Händlern zur Vorbestellung erhältlich.

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Felix Janner

Hey Freunde, ich bin Felix! Meine Reise bei ALTHERR hat im Jahr 2020 als Freelancer begonnen. Angefangen habe ich damit, Artikel für das Magazin zu schreiben sowie den Instagram-Account von ALTHERR zu führen. Mittlerweile habe ich eine Ausbildung im E-Commerce angefangen und meine Aufgaben sind deutlich vielfältiger. Dennoch hält es mich nicht davon ab, hin und wieder mal einen knackigen Artikel für euch zu verfassen.

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