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Zenith lässt in der G.F.J. ein Meisterwerk neu aufleben

April 2, 2025 | Lesedauer: 4 Minuten
Autor: Harald Saller | 0 Kommentare | oacsspl

Die Schweizer Uhrenmanufaktur Zenith feiert auf der diesjährigen Watches & Wonders das 160-Jahr-Jubiläum. Zu diesem Anlass kommt ein ganz besonderer Zeitmesser auf den Markt. Das neue Modell trägt den Namen G.F.J. mit der Referenz 40.1865.0135/51.C200 und ist auf 160 Stück limitiert. Bei den drei Buchstaben handelt es sich um die Initialen des Firmengründers Georges Favre Jacot

Doch dieses Jubiläumsmodell zollt nicht nur dem Firmengründer Tribut, sondern ist auch eine Hommage an eines der bedeutendsten Kapitel der Uhrmacherei. Denn im Inneren der Uhr schlägt das überarbeitete Kaliber 135. Dabei handelt es sich um ein Werk, das zwischen 1949 und 1962 zahlreiche Preise gewonnen hat.

Zenith G.F.J. mit blauem Zifferblatt am Alligatorlederarmband an einem Handgelenk mit beigem Ärmel getragen
Bildquelle: ALTHERR

Zahlen, Daten und Fakten

Zenith G.F.J. mit blauem Zifferblatt am Lederarmband an einem Handgelenk mit beigem Ärmel getragen
Bildquelle: ALTHERR
  • Referenznummer40.1865.0135/51.C200
  • Werk: 135 Handaufzug
  • Gangreserve: 72 Stunden
  • Gehäusematerial: Platin
  • Durchmesser: 39,15 Millimeter
  • Höhe: 10,5 Millimeter
  • Lug-to-Lug: 45,75 Millimeter
  • Wasserdichtigkeit: 50 Meter
  • BänderDunkelblaues Alligatorlederarmband mit Dornschließe aus Platin + schwarzes Kalbslederarmband + blaues Armband aus „Saffiano“-Kalbsleder
  • Preis: 52.900 Euro
Zenith G.F.J. mit blauem Zifferblatt am Alligatorlederarmband an einem Handgelenk mit beigem Ärmel getragen
Bildquelle: ALTHERR
Breitling Avenger

Die Zenith G.F.J. im Detail

Die G.F.J. hat einen klassischen Charakter. Beim Gehäusematerial hat sich Zenith für Platin entschieden, das seit jeher als “König unter den Metallen” gilt. Das Modell misst 39,15 Millimeter im Durchmesser und hat eine Bauhöhe von 10,5 Millimetern. Der Abstand von Horn zu Horn bleibt dank der abgestuften Hörner bei angenehmen 45,75 Millimetern und unterstreicht den dressigen Charakter dieser edlen Uhr.

Unter dem Saphirglas entfaltet sich ein außergewöhnliches Zifferblatt. Der dreiteilige Aufbau erzeugt Tiefe und Struktur. Im Zentrum liegt dunkelblauer Lapislazuli. Dabei handelt es sich um ein metamorphes Gestein, das hier mit dem goldfarbenen Mineral Pyrit durchsetzt ist. Das macht jedes Zifferblatt zu einem Unikat. Der äußere Ring zeigt eine stilisierte Guillochierung im „Backstein“-Muster, inspiriert von der Fassade der Zenith-Manufaktur im schweizerischen Le Locle. Applizierte Weißgoldindizes, ein zarter Minutenring aus 40 handgesetzten Weißgoldperlen und eine kleine Sekunde aus Perlmutt bei sechs Uhr runden das edle Gesamtbild ab.

Die G.F.J. ist mit einem Schnellwechselsystem ausgestattet, das in diesem Fall besonders praktisch ist, denn die Uhr wird mit drei Armbändern geliefert: einem dunkelblauen Alligatorleder-, einem schwarzen Kalbsleder- sowie einem modernen Saffiano-Kalbslederband in Blau. Eine gravierte Dornschließe aus Platin komplettiert den Auftritt. Optional ist ein siebengliedriges Platinarmband mit geprägtem Ziegelmuster erhältlich.

Das Edelstahlarmband der Zenith G.F.J. an einem Handgelenk mit beigem Ärmel getragen
Bildquelle: ALTHERR
Zenith G.F.J. mit blauem Zifferblatt am Edelstahlarmband an einem Handgelenk mit beigem Ärmel getragen
Bildquelle: ALTHERR

Das Werk der Zenith G.F.J.

Ein weiteres Highlight ist das Kaliber 135. Es gehört zu den meist ausgezeichneten Uhrwerken aller Zeiten. Ursprünglich für Observatoriumswettbewerbe geschaffen, errang es zwischen 1950 und 1954 fünf erste Preise in Folge, ein bis heute unerreichter Rekord.

Die Ingenieure von Zenith haben sich nun dafür entschieden, diesem legendären Werk neues Leben einzuhauchen und es für das 21. Jahrhundert zu überarbeiten. Ein zentraler Punkt dabei war, den historischen Charakter des Kalibers beizubehalten. Die Dimensionen stimmen mit dem Originalwerk überein, doch das Innenleben wurde umfassend modernisiert. Ein dezentrales Minutenrad schafft Platz für eine überdimensionierte Unruh, die mit Regulierschrauben und einer gewölbten Breguet-Spirale ausgestattet ist. Das Werk schlägt mit 18.000 Halbschwingungen pro Stunde, also 2,5 Hertz, und verfügt über eine Gangreserve von 72 Stunden, deutlich mehr als die 40 Stunden der ursprünglichen Version.

Das Uhrwerk ist vollständig COSC-zertifiziert und auf eine Ganggenauigkeit von beeindruckenden +/-2 Sekunden pro Tag reguliert. Ein integrierter Sekundenstopp-Mechanismus erlaubt das exakte Einstellen der Zeit. Technische Weiterentwicklungen wie eine optimierte Zahnradgeometrie und gefederte Lagersteinfassungen sorgen für zusätzliche Effizienz und Stabilität.

Auch die Ästhetik des Werks lässt keine Wünsche offen. Die Brücken sind mit einer feinen, geometrischen „Backstein“-Guillochierung versehen. Das Federhaus ist satiniert, das Kronrad schwarz poliert. Groß dimensionierte Lagersteine unterstreichen die luxuriöse Machart und verleihen dem Uhrwerk eine warme, wertige Ausstrahlung.

Blick auf das Werk 135 der Zenith G.F.J. mit einem blauen Hintergrund.
Bildquelle: Zenith
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My two Cents

Es ist wirklich beeindruckend, mit welcher Sorgfalt und Leidenschaft Zenith seiner Geschichte neues Leben einhaucht. Die Wiederbelebung des Kalibers 135 zeigt nicht nur technisches Können, sondern auch tiefen Respekt vor der eigenen Herkunft. Dass ein derart präzises, historisch bedeutsames Uhrwerk neu interpretiert und dabei so feinfühlig modernisiert wird, ist selten und verdient große Anerkennung.

Doch so sehr ich diese Idee auch bewundere, bleibt ein kleiner Wermutstropfen: Die G.F.J. ist mit ihrem Preis von über 50.000 Euro leider nur einem sehr kleinen Kreis von Sammlerinnen und Sammlern zugänglich. Man kann den Wunsch verstehen, eine solch exklusive Uhr in limitierter Auflage anzubieten – gerade zum Jubiläum. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass Zenith in Zukunft mehr Modelle in dieser Bauweise mit dem legendären Werk 135 auf den Markt bringen wird. Dann vielleicht ohne Limitierung und in Edelstahl, damit mehr Menschen in den Genuss kommen, eine solche Uhr ihr Eigen nennen zu können.

Die G.F.J. ist ein Zeichen von Identität, Mut und Kontinuität. Sie ist ein starkes Statement und ein würdiger Tribut an 160 Jahre uhrmacherische Höchstleistung.

Zenith G.F.J. mit blauem Zifferblatt am Alligatorlederarmband an einem Handgelenk mit beigem Ärmel getragen
Bildquelle: ALTHERR

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Was denkst du über das Comeback des Kalibers 135? Ist die G.F.J. eine gelungene Hommage? Teile deine Gedanken gerne mit uns in den Kommentaren!

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Harald Saller

Mein Einstieg in die Welt der Uhren verdanke ich einem Film. Als Kind war ich fasziniert von dem actionreichen Streifen "Le Mans" mit Steve McQueen. Dank ihm wurde die Heuer Monaco zu einer Ikone in der Uhrenwelt. Dieses Modell markierte 2009 meinen Einstieg in die Welt der Premium- und Luxusuhren.

In den vergangenen zwei Jahren habe ich mich intensiv mit Uhren, ihren Techniken und Geschichten auseinandergesetzt. Ich schaue vor allem gerne hinter die Kulissen.

Aber was ist eigentlich das Faszinierende an Uhren? Ich könnte jetzt eine lange Liste erstellen, um zu erklären, warum Uhren ein tolles Hobby sind. Letztendlich sind es jedoch die positiven Emotionen, die Armbanduhren in mir auslösen. Als Journalist versuche ich, diese Emotionen in meinen Texten unseren Leserinnen und Lesern näherzubringen.

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