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Ikone im Review: TAG HEUER Monaco

April 10, 2026 | Lesedauer: 6 Minuten
Autor: Dani Widmer | 2 Kommentare | oacsspl

In der Rubrik Ikone im Review stellen wir dir Klassiker der Uhrengeschichte vor, die das Herz eines jeden Uhrenenthusiasten höher schlagen lassen! Heute präsentiere ich dir die TAG HEUER Monaco. Tauche mit mir ein in die spannende Geschichte des Modells und erfahre die besonderen Details zu dieser einzigartigen Uhr.

Steve McQueen Im Rennanzug mit "Heuer"-Schriftzug links und die TAG Heuer Monaco mit blauem Blatt am Stahlband rechts
Bildquelle: ALTHERR

Lehrstunde: Zahlen, Daten und Fakten

Zuerst werfen wir einen Blick auf die technischen Daten, um uns einen schnellen Überblick über die Spezifikationen zu verschaffen. So haben wir direkt zu Beginn eine fundierte Basis für das restliche Review. Basis für diese Fakten bildet meine eigene Monaco, Calibre 12.

TAG HEUER Monaco, Calibre 12

Tag Heuer Monaco, Calibre 12 am blauen Lederarmband
Bildquelle: TAG HEUER

Durchmesser: 39 mm

Lug-to-Lug: 47 mm

Dicke: 14,35 mm

Wasserdichtigkeit: 100 Meter

Werk: Automatik

Kaliber: Calibre 12 (4Hz)

Gangreserve: 40 Stunden

Glas: Saphirglas

Krone: unverschraubt

Armband: Alligatorleder

Schließe: Faltschließe 

Listenpreis: 8.250,00 Euro (Stand: März 2026)

Zeitreise: Die Geschichte der TAG HEUER Monaco

Reisen wir in die Uhrenwelt der 60er Jahre. Vieles ist in Bewegung, viel Innovatives geschieht.

OMEGA erringt die NASA-Zertifizierung mit der Speedmaster und sie wird 1969 am Handgelenk von Buzz Aldrin zur Moonwatch. ROLEX lanciert die Daytona. Anfangs noch verschmäht, wird sie mit den Jahren zu einem der meistbegehrten Chronographen. Zenith entwickelt das legendäre El Primero – ein Uhrwerk, dass Maßstäbe setzt und zeitweise sogar von ROLEX in der Daytona verbaut wurde.

Und dann war da noch Jack Heuer. Sein Urgroßvater gründete 1860 in Saint-Imier – im Schweizer Kanton Bern – die Uhrenmanufaktur HEUER. HEUER entwickelte viele Innovationen: erstes Patent für einen Stoppuhrmechanismus (1882), erster Hundertstelsekunden-Chronograph (1916), erster Chronograph mit Weltgezeitenanzeige und Zifferblatt für Regatten (1950).

Jack Heuer übernahm die Geschäftsführung 1961. Die HEUER Carrera (spanisch für “Rennen”) war bereits lanciert und die Verbindung zum Rennsport da. Heuer stieg ins Rennen um ein Automatikuhrwerk in einem Chronographen ein. Ein Konsortium bestehend aus HEUER / Breitling / Hamilton / Dubois-Dépraz entwickelte das Kaliber 11. Ein Automatikwerk in einem Chronograph war geboren. Wer wirklich der Erste war, ist umstritten. Man spricht 1969 von einem Dreifachsieg. Zenith kündigte als erste ein Automatik-Chronographenwerk an, HEUER präsentierte dieses als Erstes und Seiko verkaufte zuerst eine solche Uhr.

Ein Konstruktionsdetail des Kaliber 11 war die Krone auf der linken Seite. Sie symbolisierte dem Träger “hey, mich brauchst du nicht täglich aufziehen”. Und Jack Heuer griff noch weiter in die Trickkiste. Er wollte eine Uhr kreieren, die unverkennbar ist. Alle Chronographen aus dieser Zeit waren rund. Der in der Schweiz ansässige Gehäusehersteller “Ervin Piquerez S.A.” entwickelte zu dieser Zeit ein quadratisches Monobloc-Gehäuse, dass wasserdicht war.

Nun hatte er ein innovatives automatisches Chronographen-Kaliber sowie ein eigenständiges Gehäuse, dass wasserdicht ist. Nun musste noch ein Name her und hier half die Affinität zum Rennsport. Eine ikonische Uhr braucht einen ikonischen Namen. Im Rennsport, insbesondere in Europa, gibt es ein Rennen, das aufgrund des Streckenverlaufs mitten durch die Stadt seit 1929 legendär ist: Monaco. Was für ein passender Name! 

Bildquelle: TAG HEUER

Die HEUER Monaco mit dem Kaliber 11, wo die Krone an die linke Gehäuseseite gewandert ist.

Ich empfehle dir unbedingt den lesenswerten Artikel meines Kollegen Harald Saller zu lesen. Er beleuchtet die Verbindung zum Schweizer Rennfahrer Jo Siffert und die Geschichte zu Steve McQueen und seinem Film “Le Mans”. Den Artikel findest du hier.

Modellentwicklung

Die Uhr, die 1969 auf den Markt kam, war zu Beginn nicht gerade ein Kassenschlager. Zu speziell war das Design. Die quadratische Form schreckte ab. Wie ihr in Harald Sallers Artikel lesen konntet, erlebt die Monaco durch den Film Le Mans mit Steve McQueen große Berühmtheit. Doch leider nistet die Uhr weiterhin ein Schattendasein. 1979 wurde die Produktion eingestellt. HEUER Monacos aus der Zeit vor 1979 sind heute begehrte Raritäten.

Die Quarzkrise erfasste auch HEUER. Es kam schlussendlich zum Zusammenschluss mit der TAG-Gruppe (Techniques d’Avant Garde). Die Marke firmierte nun unter TAG HEUER. Die Monaco wurde 1998 mit feinen Modernisierungen relauncht. Und nun traf sie den Zeitgeist und fand ihre Fangemeinde. Seither gibt es sie in vielen Versionen. Als Kaliber 11 (mit der Krone links), als Kaliber 12, als Gulf-Edition (Stichwort “Steve McQueen), als skelettierte Version, u.v.m.

Seitlicher Blick auf eine TAG Heuer Monaco, die auf einem Tisch liegt.
Bildquelle: ALTHERR

Design und Verarbeitung

Hier wenden wir uns der Monaco Calibre 12 zu, die ich euch vorstellen möchte. Diese Monaco weist ein quadratisches Edelstahlgehäuse auf, dass feinpoliert ist. Der Gehäusedurchmesser beträgt 39mm. Doch lasst euch nicht von der Zahl beirren, durch das quadratische Gehäusedesign, ist die Uhr am Handgelenk sehr präsent. Dazu trägt auch die Aufbauhöhe von über 14mm bei. Doch das Tragegefühl ist sehr angenehm. Dazu später mehr. 

Das sehr übersichtliche Zifferblatt ist klassisch gestaltet. Zentrale, rote Stoppsekunde, Datum auf 6-Uhr, kleine Sekunde auf 9-Uhr, 60 Minuten Totalisator des Chronographen auf 3-Uhr.

Der teiltransparente Saphirglasboden gibt den Blick auf das Uhrwerk (40h-Gangreserve) und den beidseitigen Rotor frei. Das eckige Saphirglas baut höher auf als die satinierte Lünette, was den eckigen Charakter der Uhr noch mehr unterstreicht. Die ebenfalls eckigen Drücker des Chronographen sind geführt und bieten eine tolle Haptik.

Breitling Avenger

Unruhstiftung: Das Werk der TAG HEUER Monaco

Im inneren der TAG HEUER Monaco verrichtet das Calibre 12 seinen Dienst. Dieses modular aufgebaute Werk besteht aus einem modifizierten Sellita SW300-1 Basiswerk mit aufgesetztem Chronographenmodul von Dubois-Dépraz.

Diese bewährte Konstruktion sorgt für robuste Mechanik, flache Bauhöhe, einfachen Service (auch für freie Uhrmacher) und bietet gegenüber dem Calibre 11 über eine höhere Frequenz von 28,800 Halbschwingungen/Std. (4Hz).

Blick auf die Rückseite der HEUER Monaco, Calibre 12. Der Saphirglasboden gibt den Blick auf das Uhrwerk frei.
Bildquelle: TAG HEUER

Der teiltransparente Saphirglasboden gibt den Blick frei auf das Calibre 12 und den beidseitig drehenden Rotor.

Die Gulf-Edition ist ein sehr beliebtes Sondermodell der TAG HEUER Monaco. Es weist die typischen blau/orangenen Streifen und das Logo des amerikanischen Erdölkonzernes auf und erinnert an den legendären Film “Le Mans” mit Steve McQueen. 

auf dem Bild ist die TAG HEUER Monaco, Gulf-Edition, am blauen, rennfahrertypischen gelochter Lederarmband
Bildquelle: TAG HEUER

U(h)rgefühl: So trägt sich die TAG HEUER Monaco

Die TAG HEUER Monaco überzeugt mit einem tollen Tragegefühl am Handgelenk. Obwohl sie “nur” einen Durchmesser von 39mm aufweist, ist sie durch ihre quadratische Form, das kantige Design und die Bauhöhe sehr präsent am Handgelenk. Sie ist jedoch keinesfalls zu wuchtig oder wirkt zu überdimensioniert. Durch ihre Kompaktheit, den verhältnismäßig kurzen Lug-to-Lug lässt sie sich sogar an schmaleren Handgelenken sehr gut tragen.

Das Lederarmband ist ein Handschmeichler, Es hat eine gut zu bedienende Faltschließe mit TAG HEUER-Logo, dass an die Faltschließen von OMEGA erinnert. Die Klemmfunktion des Bandes erlaubt eine millimetergenaue, stufenlose Anpassung des Bandes innerhalb von Sekunden.

Klassisch ist die Monaco am Lederarmband, oft auch mit einer rennsporttypischen Lochung. Es gibt sie aber auch am edlen Edelstahlarmband oder dem im Sommer beliebten Kautschukarmband.

Bildquelle: TAG HEUER

Hier ein exklusives Sondermodell der TAG HEUER Monaco. Der Split Seconds Chronograph in einem Titangehäuse mit schwarzer DLC-Beschichtung. Diese Uhr hat ein rotes Leder-/Kautschukarmband. 

Der Formel 1-Fahrer Jo Siffert (tödlich verunglückt 1971) mit einem Modell seines Rennwagens und einer HEUER Autavia am Handgelenk.

Zitat Jo Siffert: “Um Angst zu haben, fehlt mir die Zeit.”

Der F1-Fahrer Jo Siffert
Bildquelle: Keystone
Longines Hydroconquest
beworbener Magazin-Beitrag

Designed to win: Meine Meinung zur TAG HEUER Monaco

Die Zeit steht nie still. Warum sollten wir? (Jack Heuer)

Jack Heuer und sein Team gingen neue Wege in den 60er Jahren. Ein Automatik-Chronograph, eine andere Kronenposition und das Ganze verpackt in ein Gehäuse, dass so gar nicht in die stringente Designlinie aller anderen Uhren dieser Zeit passte. Ja die Monaco war und ist anders

Getragen vom legendären Formel 1-Piloten Jo Siffert, der die Inspiration für den Schauspieler Steve McQueen für den Film Le Mans war. Trotz des Ruhmes eher unbeliebt, 1979 eingestellt, 1998 wiederbelebt und ab 2009 durchgestartet. Ja, die Monaco war und ist auch hier anders.

Aber als Besitzer und sehr häufiger Träger der Monaco kann ich euch sagen: Ja, sie ist anders. Aber wohltuend anders. Eine grundsolide, zuverlässige Uhr mit einer guten Ablesbarkeit und einem sehr bequemen Armband. Das hat sie gemein mit vielen unserer Uhren. Aber anders ist die Form. Und das macht so viel aus und macht die Monaco für mich zu etwas ganz Besonderem in der Sammlung.

Und jetzt bin ich gespannt auf deine Meinung zur TAG HEUER Monaco. Sag uns in den Kommentaren,  wie du die Uhr findest und lass uns über die Monaco diskutieren. 

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Dani Widmer

Hi mein Name ist Dani Widmer. Ich bin 42 und lebe mit meiner Frau in der Ostschweiz.

Uhren faszinierten mich schon immer. Alles fing in der Jugend ganz harmlos und günstig mit Swatch an. Die Technik hinter Uhren war mir noch völlig unbekannt und unwichtig. Es ging bei der Uhr rein um die Optik. So kam es auch, dass einige Modeuhren hinzukamen.

Wendepunkt war ein Geschenk meines Grossvaters. Ich erhielt von ihm seine Omega De Ville aus den 70er Jahren. Anfangs dachte ich «na toll, eine schöne Uhr, aber die bleibt ja stehen, wenn ich sie einige Tage nicht trage». Ich begann darüber nachzulesen und erkannte die Faszination mechanischer Uhren. Der Bann war gebrochen und ich interessierte mich immer stärker für Uhren, Technik, Marken und Historie. Für mich wurde klar, dass ich mir nun meine erste Luxusuhr selbst kaufen möchte. Bald schon stand die Marke fest: Panerai . Nun war sparen angesagt. Irgendwann erfüllte ich mir den Traum und erwarb meine Panerai.

Eigentlich sollte die Geschichte nun fertig sein, denn eine Luxusuhr hält doch fürs Leben sagt man. Doch mir geht es, wie vielen von Euch: Die Faszination «Uhr» lässt mich nicht los! So konnte ich mir nach und nach eine kleine aber feine Sammlung aufbauen.

Das stete sammeln von Infos im Netz und unzählige Youtubevideos führten mich zu ALTHERR.

Und nun darf ich hier schreiben und Euch tolle Neuheiten aus dem umfangreichen Angebot von ALTHERR präsentieren.

Ich freue mich auf Deine Kommentare, um mit Dir über das schönste Hobby der Welt zu diskutieren!

«Wenn Du auf Deine Uhr siehst, um die Uhr zu sehen und nicht die Zeit, dann hast Du Deine Uhr gefunden.»

Liebe Grüsse
Dani Widmer

2 Comments

  1. Meine Grail Watch mit Kaliber 11, allerdings habe ich nur noch bedingtes Verständnis für den extrem gestiegenen Preis. Für 4.000 bis 4.500 Euro wäre da noch ein Thema, aber nicht für fast das Doppelte.

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