
Cartier sorgt für regelmäßiges Staunen unter dem Uhrenpublikum. Das Uhrenunternehmen aus Paris hat bei der heurigen Watches and Wonders in Genf gleich mehrere interessante Uhren der Santos-Modellreihen präsentiert. Neben der goldbraunen Santos de Cartier, der Santos Dual Time sowie der unkonventionellen Santos-Dumont Rewind, bei der die Zahlen gegen den Uhrzeigersinn angebracht sind und sich dementsprechend auch der Stunden- und Minutenzeiger bewegen, erschienen auch drei spezielle Santos-Dumont-Modelle in Gelbgold (Referenz CRWGSA0097), Roségold (Referenz CRWGSA0098) und Platin (Referenz CRWGSA0096) mit arabischen Ziffern.

Der Ursprung der Santos-Dumont
Die Geschichte der Cartier Santos ist hinlänglich bekannt. Der brasilianische Flugpionier Alberto Santos-Dumont bat seinen Freund Louis Cartier, ihm eine geeignete Uhr zu entwerfen, die er beim Fliegen verwenden konnte, ohne dabei auf eine Taschenuhr zurückgreifen zu müssen, da er beide Hände zum Steuern des Fluggeräts benötigte.
Das Ergebnis war die allererste Cartier Santos, die der Flugpionier auch bei seinem ersten Flugversuch im Jahr 1906 im Einsatz hatte. Dieses Modell gilt als eine der ersten Armbanduhren. Fünf Jahre später, also 1911, ging die Santos in Serienproduktion und ist vom Design her auch heute noch fast unverändert. Dieses Modell entwickelte sich zu einer wahren Ikone und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Die Santos-Dumont-Reihe bleibt in Bezug auf Form und Technik am nächsten am Original. Diese Modelle werden mit einer Wasserdichtigkeit von nur 30 Metern als reine Dresswatch für festliche Anlässe angesehen.
Zifferblätter, Gehäuse und Uhrwerk
Bereits auf der Watches and Wonders 2022 präsentierte Cartier drei Sondermodelle der Cartier Santos-Dumont. Bei den diesjährigen Varianten weicht Cartier von der eher ruhigen Farbpalette ab, die für die Modelle von 2022 gewählt wurde. Die neue Trilogie besticht durch lebhafte, fast metallische Töne in Olivgrün, Pfauenblau und Taupegrau. Das Zifferblatt ist zudem sonnenstrahlgebürstet, um einen eindrucksvoll schimmernden Effekt zu erzeugen. Cartier setzt außerdem auf geschwungene arabische Ziffern, die von einer Eisenbahn-Minuterie umgeben sind.
Es gibt jedoch Unterschiede beim Gehäuse und der Krone. Das Gehäuse der olivgrünen Variante besteht aus Platin und in der Krone ist ein roter Rubin eingefasst ist. Die beiden anderen Modelle bestehen aus Gelbgold (graues Zifferblatt) bzw. Roségold (pfauenblaues Zifferblatt), wobei in beiden Kronen ein blauer Saphir eingearbeitet ist. Alle drei Modelle verfügen über schwertförmige Stunden- und Minutenzeiger.
Die drei Modelle werden vom hauseigenen Kaliber 430 MC angetrieben, einem mechanischen Handaufzugswerk, das von Cartier entwickelt und hergestellt wurde. Die Gangreserve des Cartier 430 MC liegt typischerweise bei etwa 38 bis 40 Stunden. Mit einer Höhe von nur 2,1 Millimetern ist das Werk äußerst dünn und kompakt. Alle drei Modelle sind mit einem Alligatorarmband ausgestattet, das farblich auf das jeweilige Modell abgestimmt ist.
Verfügbarkeit der drei Modelle
Bei der Verfügbarkeit der drei Modelle gibt es ebenfalls einen Unterschied. Während die Platinvariante mit dem olivgrünen Zifferblatt auf 200 Stück weltweit begrenzt ist, sind die beiden anderen Modelle zwar nicht in ihrer Stückzahl begrenzt, werden jedoch nur in diesem Jahr hergestellt und ausgeliefert. Es erfordert also ein wenig Glück, um eines der drei Modelle zu ergattern.

Zahlen, Daten und Fakten
- Hauseigenes Kaliber 430 MC mit Handaufzug
- Gangreserve: 38 bis 42 Stunden
- Stunde und Minuten
- Materialien: Platin, Gelbgold und Roségold
- Maße: Breite 31.5 Millimeter, Länge 43.5 Millimeter und Höhe 7,3 Millimeter
- Gehäuseboden: Verschraubt aus dem jeweiligen Material des Modells
- Wasserdichtigkeit: 30 Meter
- Glas: Saphirglas
- Farben: Pfauenblau, Taupegrau und Olivgrün
- Finish: Gebürsteter Sonnenschliff
- Indizes: Appliziert
- Material: Farblich abgestimmte halbmattierte Alligatorarmbänder
- Schließe: Dornschließe aus dem gleichen Material wie das Gehäuse
Preise: Es gibt noch keine offiziellen Preise.
My two Cents
Was Cartier derzeit anpackt, wird zu einem Erfolg. Bei der diesjährigen Watches and Wonders hat das Unternehmen sowohl bei den technischen Neuerungen als auch beim Design voll überzeugt. Man merkt, dass sich die Uhreningenieure stets neue Ideen einfallen lassen. Nicht umsonst ist die Pariser Uhrenschmiede derzeit die Nummer zwei hinter Rolex, was den Umsatz betrifft. Die drei Sondermodelle der Santos-Dumont sind besonders farbenfroh, und die arabischen Ziffern passen perfekt zum frischen Look dieses Klassikers. Durch die Limitierung werden alle drei Modelle zu begehrten Sammlerstücken, die einem jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn man auf das Zifferblatt blickt.

Harald Saller
Mein Einstieg in die Welt der Uhren verdanke ich einem Film. Als Kind war ich fasziniert von dem actionreichen Streifen "Le Mans" mit Steve McQueen. Dank ihm wurde die Heuer Monaco zu einer Ikone in der Uhrenwelt. Dieses Modell markierte 2009 meinen Einstieg in die Welt der Premium- und Luxusuhren.
In den vergangenen zwei Jahren habe ich mich intensiv mit Uhren, ihren Techniken und Geschichten auseinandergesetzt. Ich schaue vor allem gerne hinter die Kulissen.
Aber was ist eigentlich das Faszinierende an Uhren? Ich könnte jetzt eine lange Liste erstellen, um zu erklären, warum Uhren ein tolles Hobby sind. Letztendlich sind es jedoch die positiven Emotionen, die Armbanduhren in mir auslösen. Als Journalist versuche ich, diese Emotionen in meinen Texten unseren Leserinnen und Lesern näherzubringen.