
Bei TAG HEUER steht auf der diesjährigen Watches & Wonders in Genf die Chronographen-Legende Monaco im Mittelpunkt. Die Uhrenschmiede aus dem schweizerischen La Chaux-de-Fonds präsentiert eine umfassend überarbeitete Version des Chronographen sowie eine weitere Version mit dem Namen Evergraph. Dabei handelt es sich um eine technisch eigenständige Interpretation des Klassikers, der im Jahr 1969 sein Debüt feierte. Beide Modelle orientieren sich an der klassischen Vorlage, unterscheiden sich jedoch grundlegend bei der Konstruktion und Positionierung auf dem Markt.
Das Gehäuse der neuen Monaco 2026
Das neue Modell hat einen Durchmesser von 39 Millimetern und ist aus Titan Grad 5 gefertigt. Damit reduziert sich das Gewicht im Vergleich zu den Stahlvarianten deutlich. Dadurch wird vor allem die Alltagstauglichkeit verbessert. Zudem wurde die Konstruktion des Gehäuses überarbeitet. Die Flanken sind leicht gebogen und die Gehäusekanten sind präziser ausgearbeitet, was sich positiv auf die Bauhöhe ausgewirkt hat. Die Uhr setzt nun ein wenig flacher am Handgelenk auf.
Beim Gehäuseboden haben die Schweizer Ingenieure ebenfalls Hand angelegt. Dieser ist nun in einer konvexen Form umgesetzt und passt sich der natürlichen Gestalt des Handgelenks an. Frühere Monaco-Modelle standen aufgrund der flachen und breiten Bauweise und der daraus nicht idealen Ergonomie in der Kritik. Die Wasserdichtigkeit beträgt 100 Meter, allerdings ist es nur bedingt ratsam, mit dem Lederband schwimmen zu gehen.
Das Saphirglas wurde ebenfalls überarbeitet. Es greift die Geometrie des Originals auf, mit einer Kombination aus geraden und gewölbten Linien, ist jedoch präziser gefertigt und widerstandsfähiger als frühere Plexiglaslösungen. Alle drei Modelle werden mit einem schwarzen Lederband mit Faltschließe geliefert.

Zifferblatt und Anzeige
Die Anzeige blieb unverändert. Es handelt sich dabei um das klassische Bi-Compax-Layout mit den zwei Totalisatoren. Auf 3 Uhr wird die Zeit bis zu 30 Minuten gestoppt und auf 9 Uhr befindet sich die kleine Sekunde. Auf 6 Uhr ist das Datumsfenster integriert. TAG HEUER spricht bei der Gestaltung des Zifferblatts von einem bewussten Schritt, da man so nahe wie möglich am Ur-Modell mit dem Calibre 11 sein will.
Die neue Monaco gibt es in drei Zifferblattfarben. Die blaue Variante greift das historische Vorbild auf, das durch den US-Schauspieler Steve McQueen im Film „Le Mans“ berühmt wurde. Eine grüne Version interpretiert klassische Motorsportfarben aus dem britischen Raum neu. Brandneu ist eine schwarze Ausführung mit Roségold-Elementen. Applizierte Indizes, klar definierte Kontraste und unterschiedliche Oberflächen sorgen für eine bessere Ablesbarkeit und mehr visuelle Tiefe.
Werk: Kaliber TH20-11
Einen zentralen Part spielt auch das Werk des Monaco-Chronographen. Es handelt sich dabei um das Kaliber TH20-11. Es basiert auf dem Kaliber TH20-00, das als Weiterentwicklung des Heuer 02 gilt. Das neue Werk ist vollständig integriert konstruiert, das historische Calibre 11 war noch modular aufgebaut.
Die Gangreserve beträgt laut TAG HEUER 80 Stunden. Das Automatiksystem arbeitet mit einem beidseitig aufziehenden Rotor, was die Effizienz im Alltag erhöht. Die Konstruktion wurde auf Langlebigkeit und Wartungsfreundlichkeit ausgelegt, ergänzt durch eine Herstellergarantie von fünf Jahren. Die Position der Krone blieb wie beim Original aus 1969 auf der linken Seite. Damals war es eine technische Notwendigkeit, heute ist es eine bewusste gestalterische Entscheidung zur Wahrung der Identität des Modells. Preislich liegen die Modelle bei 9.300 Euro für die Titanvarianten und 13.000 Euro für die Version mit Roségold-Elementen.
Monaco Evergraph als technischer Gegenpol
Parallel zu den drei klassischen Varianten stellt TAG HEUER die skelettierte Monaco Evergraph vor. Im Mittelpunkt steht hier das Kaliber TH80-00, das eine neuartige Chronographenmechanik verwendet. Im Gegensatz zu traditionellen Systemen mit Hebeln und Federn arbeitet dieses Werk mit sogenannten flexiblen, bistabilen Komponenten. Diese Bauteile wechseln zwischen definierten Zuständen und übernehmen die Funktionen Start, Stopp und Reset. Ziel ist eine Reduktion mechanischer Reibung sowie eine konstante Betätigung über die gesamte Lebensdauer.
Das Werk arbeitet mit einer Frequenz von 5 Hertz und bietet eine Gangreserve von rund 70 Stunden. Ergänzt wird dies durch eine erhöhte Magnetfeldresistenz sowie eine Chronometer-Zertifizierung. Die Fertigung zentraler Komponenten erfolgt mittels hochpräziser Mikrotechnologie. Die Konstruktion ist offen gestaltet und von der Zifferblattseite sichtbar. Dies unterstreicht den technischen Charakter des Modells. Preislich positioniert sich die Monaco Evergraph deutlich darüber und liegt bei 25.000 Euro.

Einordnung der neuen Modelle
Einen tieferliegenden Einblick in die Entwicklung der neuen Monaco-Modelle erhaltet ihr im Interview meines Kollegen Johannes Karisch mit Nicholas Biebuyck, der bei TAG HEUER für das historische Erbe und das Archiv verantwortlich ist. Besonders eindrücklich beschreibt er die Wirkung des Originals von 1969 auf die aktuelle Entwicklung: „Ich sage immer: Es war, als wäre ein Alien-Raumschiff gelandet.“ Genau dieser radikale Ansatz prägt die Monaco bis heute. Auch die neue Generation versucht, diesen Spagat zu halten, zwischen historischer Identität und moderner Technik, ohne dabei zu einer reinen Retro-Uhr zu werden. Ein Review zur neuen Monaco von meinem Kollegen Daniel, findet ihr ebenfalls im Magazin.
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Harald Saller
Mein Einstieg in die Welt der Uhren verdanke ich einem Film. Als Kind war ich fasziniert von dem actionreichen Streifen "Le Mans" mit Steve McQueen. Dank ihm wurde die Heuer Monaco zu einer Ikone in der Uhrenwelt. Dieses Modell markierte 2009 meinen Einstieg in die Welt der Premium- und Luxusuhren.
In den vergangenen zwei Jahren habe ich mich intensiv mit Uhren, ihren Techniken und Geschichten auseinandergesetzt. Ich schaue vor allem gerne hinter die Kulissen.
Aber was ist eigentlich das Faszinierende an Uhren? Ich könnte jetzt eine lange Liste erstellen, um zu erklären, warum Uhren ein tolles Hobby sind. Letztendlich sind es jedoch die positiven Emotionen, die Armbanduhren in mir auslösen. Als Journalist versuche ich, diese Emotionen in meinen Texten unseren Leserinnen und Lesern näherzubringen.



